11. September 2017

[Rezension] - Cloud (Claudia Pietschmann)






Verlag: Arena Verlag
Übersetzt von: -
Reihe: Einzelband
Einband: gebunden
Seitenanzahl: 368
Altersempfehlung: ab 12
Preis: 15.00 € [D]
ISBN: 978-3-401-60349-0
Bildquelle: © Arena Verlag






Klappentext
"Emma ist verliebt: Paul versteht sie wie kein anderer, seit ihr kleiner Bruder verstorben ist. Die beiden haben sich zwar noch nie getroffen, aber online teilen sie alles miteinander. Paul will alles über sie wissen und Emma schneidet bereitwillig ihr ganzes Leben für ihn mit. Immer wieder fallen ihm Überraschungen ein, die er ihr über das Internet per Knopfdruck schickt. Aber die netten kleinen Gefallen, die Paul ihr tut und ihr Leben schöner machen, bekommen bald einen bitteren Beigeschmack. Denn für Paul scheint Emma das einzige Fenster zur Welt zu sein. Ihrem Wunsch, sich endlich zu treffen, weicht er aus. Was ist los mit Paul – und gibt es ihn überhaupt?“ (Quelle: www.arena-verlag.de)

Gestaltung
Das Covermotiv passt wie die Faust aufs Auge zur Geschichte. Mir gefällt vor allem die Idee, dass das Jungengesicht aus vielen kleinen Quadraten, die Pixel oder Bilder sein können, zusammengesetzt ist. So wirkt das Cover schon recht technisch und futuristisch, wie es auch die Handlung ist. Den Jungenkopf an sich finde ich eigentlich nicht so schön, aber nach der Lektüre des Buches merkt man einfach, wie gut und stimmig das Cover die Handlung wiederspiegelt, sodass ich es im Endeffekt sehr gelungen finde.

Meine Meinung
„Cloud“ war mein erstes Buch von Claudia Pietschmann und es hat mich vor allem aufgrund des schon leicht gefährlich klingenden Klappentextes sehr angesprochen. Das Buch greift das Thema der voranschreitenden Technologisierung und ein wenig auch das der Internetbekanntschaften und der damit verbundenen Probleme auf. So lernt Protagonistin Emma in einer Facebookgruppe Paul kennen, der sich immer mehr in ihr Leben drängt und durch den Emmas Leben wirklich gefährlich wird…lebensgefährlich.

Mir hat das Buch gut gefallen, aber leider konnte es mich nicht komplett mitreißen und begeistern. Dies lag zum einen an den vielen Längen, die das Buch parat hielt. So empfand ich gerade die erste Hälfte als recht langwierig, weil abgesehen von Chats, Gesprächen, Emmas Trauer um ihren verstorbenen Bruder und Gedanken einfach nichts passierte. Der erste Spannungshöhepunkt kam für mich in der Hälfte des Buches, als es um Paul ging und Enthüllt wurde, wer hinter Emmas Chatbekanntschaft steht.

Dies fand ich wirklich grandios gelöst und vor allem wurde ich richtig überrascht von dem Geheimnis, das Paul verborgen hat. Ich hatte mit vielem gerechnet, aber nicht damit! Hier hat die Autorin eine klasse Idee gehabt, die mir persönlich bisher auch in noch keinem anderen Buch begegnet ist. Gleichzeitig konnte ich vorher auch stets miträtseln, wer hinter Paul steckt und was es mit ihm auf sich hat. Dieses Spekulieren hat mir super gut gefallen. Zudem mochte ich den Schreibstil der Autorin sehr, da sie die Gefühle gut beschrieben hat, genau das richtige Maß an Detailreichtum hatte und er sich flüssig lesen lies.

Leider flaute die Handlung nach diesem ersten Höhepunkt dann aber wieder ab und fokussierte sich wieder stark auf die Gedanken von Emma, ihre Beziehung zu Paul und zu ihrem besten Freund Matt. Immer wieder wurde dann auch auf ihre Trauer sowie die Probleme ihrer Eltern eingegangen, was auf mich jedoch ein wenig eingestreut wirkte, weil es plötzlich wieder aufgegriffen wurde, aber vorher lange Zeit einfach ignoriert wurde. Am Ende wartet dann nochmal ein Höhepunkt auf den Leser und da konnte ich das Buch dann auch wirklich kaum aus den Händen legen, weil es brenzlig und gefährlich wurde. Gleichzeitig war ich nicht ganz zufrieden mit dem Ende in Form eines Epilogs, weil es für mich etwas abrupt war, alles schnell abgehandelt bzw. erklärt wurde und ein Aspekt hinsichtlich Pauls Vater für mich offen geblieben ist. Leider muss ich sagen, dass die Handlung sich für mich oftmals einfach nur gezogen hat und dass ich mich oft auch sehr über Emma aufgeregt habe.

Grundsätzlich war mir Emma nicht unsympathisch. Ihre Trauer um ihren kürzlich verstorbenen Bruder war sehr greifbar und auch ihr Verhalten war authentisch. Allerdings war sie einfach unfassbar naiv, leichtgläubig und hat wenig über ihr Tun nachgedacht. So gibt sie einfach wichtige Passwörter an den ihr fremden Paul weiter oder filmt ihr Haus und ihr gesamtes Leben, ohne weiter über Konsequenzen nachzudenken. Auch fand ich ihr Verhalten manchmal einfach nur zum Kopfschütteln und ich habe mich darüber aufgeregt. Ich konnte auch öfters nicht nachvollziehen, warum Emma bestimmte Handlungsmöglichkeiten, die naheliegend und am logischsten gewesen wären, nicht durchführen wollte (z.B. die Hilfe ihrer Eltern suchen), da Emmas Gründe für mich nicht so kräftig und gewichtig wirkten. Matt hingegen fand ich unheimlich lieb und nett. Er ist ein guter Freund und man merkt ihm an, wie viel Emma ihm bedeutet. Er war mein Held dieses Buches, denn er hatte oft kluge Einfälle und war einfach sympathisch.

Fazit
Insgesamt ist „Cloud“ ein Buch mit viel Potenzial und einem tollen Schreibstil, der sich flüssig und schnell runter liest. Die Handlung war für mich etwas zähflüssig bis sie zu ein paar Höhepunkten kam. Die Spekulationen rund um den geheimnisvollen Paul und vor allem das brenzlige und vor Gefahren strotzende Ende mochte ich sehr. Allerdings waren Emmas Handlungen und vor allem ihre Naivität für mich manchmal zum Kopfschütteln.
3 von 5 Sternen!

Reihen-Infos
Einzelband

Kommentare:

  1. Huhu Laura,

    also wenn ich jetzt so die Details über die Prota lese, weiß ich nicht so wirklich, ob das Buch etwas für mich (und meine Nerven) ist.

    Liebe Grüße
    Sandra

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    1. Hey Sandra!

      Also Matt würde dir gefallen, das weiß ich sicher ;D Bei Emma...könnte sein, ich bin mir nicht sicher. Müsstest du ausprobieren ;)

      Liebe Grüße
      Laura

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  2. Hallo liebe Laura!

    Ich habe das Buch auch schon ins Auge gefasst, bin mir aber noch immer recht unsicher damit. Gleich werde ich es mir sicher nicht zulegen, aber vielleicht warte ich einfach noch ein bisschen und hole mir irgendwann eine gebrauchte Ausgabe. ;) Eine schöne Rezension die mir gute Einblicke gegeben hat!

    Liebste Grüße
    Nina von BookBlossom

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    1. Hi Nina!

      Freut mich, dass dir meine Rezension ein wenig helfen konnte :) Ich habe das Buch in einer Leserunde auf Lovelybooks gelesen und dort gab es auch viele, die das Buch als Pageturner bezeichnet haben :)

      Liebe Grüße
      Laura

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  3. Hallo Laura,

    ich lese das Buch aktuell und habe noch knapp 100 Seiten. Was Emma betrifft, kann ich dir absolut zustimmen, allerdings habe ich ihre Naivität zu Beginn noch auf die Trauer bzgl. Ethan geschoben, dies änderte sich aber im weiteren Verlauf.

    Trotzdem finde ich die Idee von Claudia Pietschmann gut und bin gespannt, wie die Geschichte enden wird.

    Liebe Grüße,
    Uwe

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    1. Hi Uwe!

      Hm, warum hast du ihre Naivität denn auf Ethan geschoben? Das kann ich nicht so ganz nachvollziehen. Nur weil er tot ist, geht sie los und filmt ihr Leben für einen völlig Fremden?
      Ich bin gespannt, was du zum Ende sagen wirst ;)

      Liebe Grüße
      Laura

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    2. Ich habe dir eine PN via WA geschickt, da ich hier nicht spoilern möchte :)

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  4. Hi Laura,

    Ich hatte auch überlegt, ob das Buch etwas für mich sein könnte, aber ich mag keine naiven Protagonisten. Das treibt mich zu sehr auf die Palme 😂

    Liebe Grüße Desiree

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    1. Huhu Desiree!

      :D Ja, mich auch! Ich hab mich manchmal so aufgeregt über Emma, weil sie so unbedacht und unvorsichtig gegenüber einer ihr fremden Person war (egal, ob es sich für sie vertraut anfühlte oder nicht. Sie kannte ihre Internetbekanntschaft wirklich nur sehr kurz!).

      Liebe Grüße
      Laura

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  5. Huhu Laurachen, <3

    da ich jetzt bereits ein paar weniger gute Meinungen zu dem Buch gehört habe und Emma wirklich extrem naiv scheint, bin ich froh, dass Buch nicht auf dem Sub zu haben. Aber gut, dass Claudias einen tollen und flüssigen Schreibstil hat, das macht ja auch so viel aus.

    Liebe Grüße,
    Ally

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    1. Hallo liebe Ally!

      Hach ja..Emma...sie war schon eine Nummer für sich, muss man so sagen. Ich habe schon schlimmere Protagonistinnen erlebt (bzw. gelesen), aber manchmal war sie doch wirklich sehr blauäugig und hat nicht erkannt, was Sache ist.
      Ja, der Schreibstil hat wirklich gut durch die Geschichte geführt und einiges ausgemacht :)

      Liebe Grüße
      Laura

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  6. Hi Laura,
    schade, dass dich das Buch nicht so ganz überzeugen konnte. An sich klang es gut, aber nun bin ich unsicher, ob ich es lesen will. Auf jeden Fall ist es eine sehr schöne Rezi.
    Liebe Grüße
    Mandy

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    1. Hey Mandy!

      Ja, das war auch wirklich schade, weil ich gerade die Thematik sehr wichtig finde und es schade war, dass da das Potenzial nicht genutzt wurde, um aufzuzeigen, dass auch die Protagonistin eine Erkenntnis durchläuft. Wenn du mit naiven Protagonisten gut klar kommst, dann solltest du dir das Buch vielleicht nochmal ansehen. Wenn du mit naiven Protagonisten nicht klar kommst, dann solltest du dir das Buch nicht nochmal ansehen :) Vielleicht hilft das ein wenig.

      Liebe Grüße
      Laura

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